Die Situation in Afghanistan: Wie Sie Afghan*innen unterstützen können

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Die Arbeit von IRC in Afghanistan

Seit Jahrzehnten andauernde gewaltsame Konflikte und eine Vielzahl an Naturkatastrophen haben Millionen Menschen aus Afghanistan vertrieben. Sie bilden heute eine der größten Flüchtlingsbevölkerungen der Welt. Die jüngste Zunahme der Kämpfe in Afghanistan bringt eine Rekordzahl von Zivilist*innen in Gefahr. Frauen und Mädchen sind die Hauptleidtragenden der Gewalt.

IRC arbeitet seit 1988 in Afghanistan. Damals begannen wir Hilfsprogramme für Menschen, die durch den Einmarsch der Sowjetunion vertrieben wurden. Auch unter der späteren Taliban-Herrschaft leistete IRC Hilfe und weitete nach deren Sturz die Programmarbeit aus. Heute engagieren wir uns in zahlreichen Dörfern in neun Provinzen. 99% der 1700 Mitarbeitenden von IRC vor Ort sind Afghan*innen, 44% von ihnen sind Frauen. In den letzten Jahren wurde IRC zu einer der Hauptorganisationen für Schutz und Stärkung von Frauen im Land. Weitere Informationen dazu finden Sie auf dieser Übersichtsseite.

In der aktuellen Situation sind wir um die Sicherheit unsere Kolleg*innen und ihrer Familien vor Ort besorgt. Gleichzeitig sind wir bemüht, möglichst bald wieder Unterstützung und Programme für die vielen Menschen anbieten zu können, die ihr Zuhause verloren haben, insbesondere für Mädchen und Frauen. Unsere Kolleginnen in Afghanistan sind starke, intelligente, engagierte und erfolgreiche Frauen – wir stehen eng an ihrer Seite!

Auch unsere Kolleg*innen in den Nachbarländern, z.B. in Pakistan, bereiten sich auf Nothilfe-Einsätze in den Grenzregionen vor. Als eine von wenigen globalen Hilfsorganisationen ist IRC gleichzeitig direkt in Krisenregionen als auch in Aufnahmeländern tätig. Unsere Kolleg*innen in den USA sind daher auch seit einigen Wochen pausenlos im Einsatz, um die Evakuierung, Aufnahme und Versorgung von evakuierten Ortskräften und anderen Afghan*innen zu unterstützen. In Deutschland stehen wir eng im Austausch mit den zuständigen Stellen, um den Schutz der Zivilbevölkerung und Mitarbeiter*innen von Hilfsorganisationen zu fordern und auf Aufnahmekontigente in Deutschland zu dringen.

Wir stehen als Organisation in dieser schwierigen Zeit zusammen. Dabei sind wir auf Unterstützung angewiesen. Unterstützen Sie unseren Einsatz in Afghanistan mit Ihrer Spende. Informationen dazu finden Sie hier.

Auch Ihre Stimme hat Gewicht. Zeigen Sie Solidarität, führen Sie Gespräche, weisen Sie auf die Situation und den Handlungsbedarf hin. Hier finden Sie Informationen dazu, wie Sie zum Beispiel entsprechende Beiträge in sozialen Netzwerken teilen können, und hier finden Sie Termine für Proteste und Kundgebungen in vielen Städten sowie eine einfache Möglichkeit, Ihre Bundestagsabgeordneten zu kontaktieren.

Unterstützung von Afghan*innen in Ihrem Umfeld

Für viele Erwachsene, Kinder und Jugendliche in Deutschland kann die aktuelle Lage in Afghanistan eine enorme Belastung sein. Einige sind selbst Afghan*innen und bangen um Familie und Freunde vor Ort. Andere hatten vielleicht afghanische Schulfreund*innen, die mittlerweile wieder in das Land zurückkehren mussten oder wollten. Und viele sehen auf den (sozialen) Medien Bilder aus Afghanistan, die sie belasten.

Als pädagogische Fachkraft haben Sie die Möglichkeit für Ihre Schüler*innen einen geschützten Raum für Emotionen und Gespräche zu schaffen. Selbst wenn Sie die Situation in Afghanistan nicht ändern können, kann es für Jugendliche von Wert sein, einen Raum zu haben, wo sie aussprechen können, was in ihnen vorgeht. Damit dies gelingt, können Regeln vereinbart werden – wie, dass das Gesagte für sich stehen darf und nicht kommentiert oder von anderen bewertet wird. Dabei dürfen auch Ihre eigenen Emotionen und Gedanken Raum finden, wenn Sie das möchten.

Als eine gezielte Unterstützungsmöglichkeit für Ihre Schüler*innen, können Sie auf die Nummer gegen Kummer hinweisen. Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet Handreichungen zu Afghanistan, die hilfreich sind für die Thematisierung im Unterricht. Außerdem finden Sie hier Informationen und Unterrichtsmaterialien zu dem Healing-Classrooms-Ansatz von IRC, um Ihren Schüler*innen ein möglichst sicheres Umfeld zu schaffen, und hier Erklärvideos zu einigen der Ansätze.

Bildquellen: IRC